Ausgabe Nr. 6 Nov./Dez. 2007

Akute Bronchitis: Antibiotika meist nutzlos
Besonders im Winterhalbjahr wird allerorten gehustet. Husten ist das typische Symptom einer akuten Bronchitis und kann das Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Die akute Bronchitis ist meist Folge eines so genannten „grippalen Infekts“ und beruht auf einer Entzündung der unteren Atemwege (Bronchien). Im Gegensatz zu so genannten banalen Infekten der oberen Atemwege (Schnupfen) geht sie häufig mit einem schlechten Allgemeinbefinden, zunächst trockenem Husten und Fieber einher. Meist heilt die akute Bronchitis ohne Komplikationen von selbst ab. Der Husten kann jedoch mehrere Wochen lang anhalten.
Brandwunden Erste Hilfe Finger weg von Butter und Mehl
Verbrennungen haben immer Saison. Im Winter können Kerzen oder Feuerwerkskörper Brandwunden verursachen, im Sommer sind Verbrennungen unangenehme Begleiter von Grillpartys. Aber auch der kippende Heißwasserbereiter kann schwere Hautschäden anrichten. Ist es passiert: Finger weg von Mehl und anderen „Hausmitteln“.
Kurz und knapp: Krebsfördernde Solarien
Von den rund 6.000 Sonnenstudios in Deutschland sind nur etwa 100 entsprechend den Anforderungen des Bundesamtes für Strahlenschutz zertifiziert.
Schmerzen durch Migränemittel
Wenn gegen Migräne einfache Schmerzmittel nicht ausreichen, können die so genannten Triptane helfen. Bei jedem dritten bis sechsten Anwender bleibt allerdings der gewünschte Erfolg aus. Und manchmal hat das Medikament sogar den gegenteiligen Effekt: Es aktiviert Schmerzen.
Herzinfarkt Schutz durch Walnüsse?
Immer wieder geistert die Meldung durch Presse und Fernsehshows: Vier Walnüsse am Tag sollen das Herzinfarktrisiko um 50 Prozent senken. GPSP ist dieser Behauptung nachgegangen.
Nachgefragt: Bildschirmvernarrte Jugend
Warum die neuen Medien Teufelszeug sind, obwohl sie es nicht sein müssen.
Nahrungsergänzungsmittel IQ-Riegel Abzocke mit Schokoriegeln
Als „IQ-Riegel“ werden Schokoriegel angeboten, die mit Vitaminen und anderen Zusatzstoffen angereichert sind. Was steckt hinter der Werbebehauptung, die darauf anspielt, dass dieses Zuckerwerk den Intelligenzquotienten anhebt?
Der aktuelle Preisvergleich Schnupfen Xylometazolin-haltige Nasentropfen/-Sprays
Fester Schnupfen und verstopfte Nase sind besonders lästige und unangenehme Symptome von Erkältungen. Arzneimittel, die eingenommen werden, wirken dabei nicht zuverlässig. Besser ist es, stärkere Beschwerden direkt anzugehen, also die Nasenschleimhaut zu behandeln.
Abnehmen Hoodia, unseriöse Werbung und Produkte
Es bedarf nur einer netten Geschichte, die sich um eine exotische Pflanze rankt, und schon hat man ein neues Wundermittel, das sich prima vermarkten lässt. Diesem Schema folgen auch die Anbieter der fleischigen Pflanze Hoodia: Südafrikanische Buschmänner (San) sollen bei der Jagd dank ihrer appetithemmenden Wirkung auf Nahrung verzichten können.
Q10 unnötiges Nahrungsergänzungsmittel
GPSP: Co-Enzym Q10 kommt in jeder Körperzelle und in fast allen Nahrungsmitteln vor. Es wird vom Körper in ausreichender Menge produziert.
Wellring Brand Yin Qiao Jie Du gepanschtes Produkt
Vorsicht! Gepanschtes aus dem Internet, GPSP 2007,06
Werbung - Aufgepasst!
Nahrungsergänzung für Gelenke? CH-Alpha®
Kurz und knapp: Aus der Traum: Inhalierbares Insulin
Vom ersten Insulin, das nicht gespritzt, sondern inhaliert werden kann (Exubera®), erwartete die Firma Pfizer Jahresumsätze von bis zu zwei Milliarden Dollar. Doch nun hat der Pharmakonzern die Produktion weltweit eingestellt.
Kurz und knapp: Stillen
Kürzlich kursierte die Nachricht, dass Stillen überraschenderweise nicht vor Allergien und Asthma schütze. Das ist eine problematische Botschaft.
Kurz und knapp: Total versalzen
Wer Fast Food futtert nimmt zuviel Salz auf, Kinder womöglich ein Mehrfaches der täglich empfohlenen Menge. Die britische Verbraucherorganisation CASH (Consensus action on salt and health)3 hat den Salzgehalt von Menüs von Pizza Hut, KFC, Burger King und McDonalds ausgerechnet und schlägt Alarm.
Kurz und knapp: Wechseljahre anders durchleben
Die Hormontherapie bei Beschwerden in den Wechseljahren hat im letzten Jahrzehnt deutlich abgenommen. 17 von 100 Frauen zwischen 40 und 80 Jahren nahmen Ende der neunziger Jahre Hormonpräparate ein.
Kurz und knapp: Herzpatienten: Weniger Antibiotika
Bislang war es üblich, sehr vielen Herzpatienten vor operativen Eingriffen, Zahnarztbehandlungen und bei größeren Hautverletzungen die Einnahme von Antibiotika dringend zu empfehlen.
Kurz und knapp: Laub-Lärm-Maschinen
Nicht nur Jugendliche, die sich mit zu lauter Musik voll dröhnen oder ständig über Ohrstöpsel Musik vom MP3”¯-Player hören, schädigen ihr Gehör.
Aprotinin, Trasylol vom Markt genommen
Risiken jahrzehntelang übersehen Seit dem November 2007 darf Aprotinin (Trasylol®) in Deutschland nicht mehr verkauft werden.
Rheumamittel Lumiracoxib, Prexige vom Markt
Sollten Sie noch Lumiracoxib (Prexige®) Tabletten in Ihrem Medizinschrank haben, nehmen Sie diese nicht mehr ein. Am besten Sie geben diese Ihrer Apotheke zur Entsorgung zurück und besprechen sich mit Ihrem Arzt, welche Alternativen in Frage kommen.
Editorial: Jörg Schaaber
Die kalte Jahreszeit bringt so manche unangenehme Begleiterscheinung. Husten und Schnupfen gehören dazu. Wichtig ist dabei, dass man nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt, denn gerade bei akuter Bronchitis wird leider viel zu häufig zum Antibiotikum gegriffen