Ausgabe Nr. 5 Sept./Okt. 2016

Editorial: Jörg Schaaber
die Harnsäurekristalle auf dem Titelbild sind schön anzuschauen, aber wenn sie sich in unseren Gelenken bilden, kann das eine sehr schmerzhafte Angelegenheit sein. Wie man solchen Gichtanfällen vorbeugen kann, erklären wir auf S. 10. Da zur Linderung eines akuten Anfalls ganz andere Medikamente nötig sind, haben wir dieser Behandlung einen eigenen Beitrag gewidmet (S. 12).
Weiße Speise
Kaum ein Lebensmittel wird heute so kontrovers diskutiert wie Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, wobei allerdings ethische Überlegungen und gesundheitliche Aspekte oft durcheinander gehen. Wir haben recherchiert, was an der Milch dran ist.
Tuberkulose: Multiresistente Erreger
Weltweit sterben jedes Jahr geschätzt 1,5 Millionen Menschen an Tuberkulose (Tbc oder TB). Sehr viel mehr erkranken an der ansteckenden Lungenkrankheit – hauptsächlich in armen Ländern, aber zunehmend auch in Südost- und Osteuropa. (GPSP 5/2015, S. 19)
Roter Reis
Nahrungsergänzungsmittel mit Rotschimmelreis werden als „natürliche Cholesterinsenker“ angeboten. In GPSP 3/2016 hatten wir vor diesen Produkten gewarnt und darauf hingewiesen, wie mangelhaft der behördliche Schutz der Verbraucher ist. Immerhin: Die oberste Arzneimittelbehörde in Deutschland warnt nun deutlich vor den Gesundheitsgefahren durch roten Reis.1
Gute alte Pillen: Allopurinol – Bewährtes Mittel bei Gicht
Warum stellen wir gerade jetzt Allopurinol als gute alte Pille vor? Ganz einfach, derzeit fehlt in kaum einem Fachblatt für Ärzte die großformatige Anzeige zu einem speziellen Nachfolge­präparat. Das wiederum wundert nicht: Das Mittel kostet sechsmal so viel wie Allopurinol.
Akuter Gichtanfall
Gicht kann einen plötzlich erwischen und zu einer äußerst schmerzhaften Schwellung eines Gelenks führen. Rasche Abhilfe ist möglich. Aber die Therapie für einen akuten Anfall unterscheidet sich wesentlich von der Dauerbehandlung der Gicht (siehe S. 10). Wir nennen deshalb ein paar nützliche Einzelheiten.
Kurz und knapp: Unsinn – Test auf IgG bei Allergie
Bei Verdacht auf eine Allergie gegen Lebensmittel bieten manche Heilpraktiker und Ärzte ihren Patienten einen „Immunglobulin-G-Test“ an (IgG- oder IgG4-Test). Die Blutuntersuchung soll feststellen können, welche Lebensmittel die allergische Reaktion auslösen. Denn gegen solche „Bösewichter“ – so die Theorie – bildet der Körper vermehrt Antikörper der Sorte IgG.
Kurz und knapp: Ärzte – Im Dienst der Pharmaindustrie?
Sicher haben Sie davon gehört, dass die Pharmaindustrie 2015 allein in Deutschland über eine halbe Milliarde Euro an Ärzte, Apotheker und Krankenhäuser verteilt hat.
Kurz und knapp: Vitamin D und Stürze
Einerseits ist Vitamin D für die Knochen, Muskeln und ein funktionierendes Immunsystem wichtig. Anderseits fehlt es an Belegen dafür, welche Mengen an Vitamin D vor allem ältere Menschen einnehmen müssen, um etwa Stürze und Knochenbrüche zu vermeiden.
Kurz und knapp: Hormontherapie – Im Aufwind?
Dass viele Frauen in den Wechseljahren Beschwerden haben, ist keine Frage. Und diese sind individuell sehr unterschiedlich. Lange haben insbesondere Gynäkologen erzählt, dass Hormonpillen die Wechseljahre nicht nur einfacher machen, sondern sogar das Leben verlängern, weil sie etwa vor Herzinfarkt, Darmkrebs und Depressionen schützen – jedenfalls wenn die Pillen längerfristig eingenommen werden.
Buchtipp: Wechseljahre. Den eigenen Weg finden
Der Begriff „Wechseljahre“ umschreibt wunderbar, worum es hier geht: eine mehrjährige Lebensphase und ein wellenförmiges Auf und Ab. Kein Bruch. Das große Verdienst des Ratgebers „Wechseljahre“ von Annette Bopp ist, dass er diesen Wechsel sachkundig und verständlich erklärt, und zwar auf verschiedenen Ebenen: der biologisch-physiologischen, der psychologischen und der sozialen – mit allen möglichen Auswirkungen auf Lebensgefühl und Partnerschaft.
Buchtipp: „Amoralisch“ – Finsteres aus der Biotech-Branche
Schon das Titelbild dieses Krimis ist ein Hingucker: dunkles Rot, unbekannter junger Mann, lässig im dunklen Anzug. Worum geht’s in Tobias Radloffs Krimi „Amoralisch“?
Filmtipp „Der gekaufte Patient“
Wenn Pharmafirmen Geld an Patientenverbände zahlen, dann tun sie das nicht aus Barm­herzigkeit. Die Fernsehdokumentation „Der gekaufte Patient? – Wie Pharmakonzerne ­Verbände benutzen“ sensibilisiert für die Probleme. Ein Filmtipp aus der Mediathek.
Top Six: Die meistbesuchten GPSP-Online-Artikel Juli/August
Gicht: Kein Grund zur Verzweiflung ...
Ein Rest Unsicherheit bleibt
Wer ein Arzneimittel einnimmt, will natürlich wissen, mit welchen unerwünschten Wirkungen zu rechnen ist. Aber wie zuverlässig sind eigentlich die medizinischen Erkenntnisse zu den unerwünschten Wirkungen von Medikamenten?
Glosse: Das ist Spitze!
Welch ein Segen, endlich können wir uns gegen eine extrem bösartige Erkrankung versichern: den Krebs. Perfekt!
Empfohlen von der Bloggerin
Wenn es um alltägliche Konsumtrends geht, wie die schärfste Pizza oder das coolste Bier, baut die Werbeindustrie längst auf persönlich formulierte Empfehlungen, die umtriebige Blogger und Bloggerinnen im Internet propagieren. Das bedeutet: ein Zusatzeinkommen für die einen – und für die anderen eine zielgruppentypische Reichweite.
Leserbrief: Granulox® zur Wundheilung
Was ist von Granulox zu halten, einem Hämoglobin-Spray zur Behandlung von schlecht heilenden Wunden? Der hohe Preis macht mich misstrauisch. E.L.
Leserbrief: Revoten® bei Bindegewebsschwäche
Gibt es auf dem Markt irgendein Präparat, das man bei Bindegewebsschwäche empfehlen kann? Revoten® ist aus der Fernsehwerbung bekannt. M.J.
Der Eisen-Manager
Blut ist ein wichtiges Transportmittel. Seine roten Blutkörperchen enthalten den eisenhaltigen Blutfarbstoff Hämoglobin. Es kann in der Lunge Sauerstoff und Kohlendioxid binden und auch wieder abgeben. So erhalten alle Körperzellen beim Einatmen den notwendigen Sauerstoff. Wohingegen Kohlendioxid, ein Endprodukt des Stoffwechsels, zur Lunge abtransportiert und ausgeatmet wird. Das Spurenelement Eisen hat dabei eine zentrale Funktion.
Gepanschtes: Wer kann illegalen Verkauf stoppen?
Gegen Anbieter illegaler Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel gehen von Zeit zu Zeit weltweit Behörden in einer konzertierten Aktion vor (GPSP 6/2010, S. 14). Bei der diesjährigen Aktionswoche im Juni haben mehr als 100 Staaten mitgemacht.
Werbung – Aufgepasst! Wer spricht denn da?
Getarnt als ein Artikel behauptet diese Anzeige, dass „Antarktis-Krill-Care“ bei Rheuma und Arthrose von Gelenkschmerzen befreit. Die Erfolgsgeschichte eines Betroffenen soll Glaubwürdigkeit erzeugen – aber Einzelfallberichte erlauben keine Aussage über den Nutzen eines Produkts. Und etwas Kurioses fiel uns auf: