Ausgabe Nr. 5 Sept./Okt. 2014

Editorial: Prof. Dr. Bernd Mühlbauer
es wird Herbst und damit sprießen sie wieder, die Pilze. Die gute Nachricht: Wirklich giftig ist nur ein kleiner Teil davon! Trotzdem können Pilzmahlzeiten recht unbekömmlich sein. Woran Sie dann denken müssen, und wann es kritisch wird, erfahren Sie ab Seite 4.
Mit Gute Pillen – Schlechte Pillen für mehr Durchblick
Wenn Sie Ihre Tageszeitung aufschlagen, kann es passieren, dass Sie heute eine Information zum Thema Brustkrebs, Diabetes oder Antidepressiva lesen, der schon morgen im selben Blatt widersprochen wird. Im Hörfunk oder TV-Beiträgen ist es oft nicht besser: Da darf eine Pharmafirma ihre Studie hochjubeln, obwohl deren Ergebnisse einer Nutzenbewertung durch unabhängige Wissenschaftler nicht standhalten. Das erfahren wir aber erst später oder auf einem anderen Sendeplatz.
Pilzvergiftung – was tun? Wie man im Notfall richtig handelt
Übelkeit nach einer Pilzmahlzeit kann auf eine Pilzvergiftung hindeuten. Was ist dann zu tun? In unserer Herbstausgabe haben wir wichtige Informationen für Sie zusammengestellt.
Hepatitis C: Ende in Sicht?
In diesem Jahr kommen mehrere Arzneimittel gegen die chronische Leberentzündung durch Hepatitis C-Viren (HCV) auf den Markt. Durch die neuen Wirkstoffe und eine geschickte Kombination von Medikamenten könnten künftig fast alle Hepatitis C-Patienten genesen, lassen Studien vermuten. Soweit die gute Pille.
Protonenpumpenhemmer gegen Sodbrennen Dritter Wirkstoff nun rezeptfrei
Protonenpumpenhemmer, kurz auch Säureblocker genannt, verringern die Säurebildung im Magen. In kleinen Packungen und niedrig dosiert sind manche dieser Präparate rezeptfrei gegen Sodbrennen erhältlich. Die Säureblocker haben die früher beliebten säurebindenden Mittel (Antazida) verdrängt.
Nächtliche Muskelkrämpfe
Verkrampfungen in Fuß, Wade oder Oberschenkel sind schmerzhaft. Leider sind die Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung unbefriedigend: Für Medikamente fehlt meist der Nachweis eines überzeugenden Nutzens, und manche Präparate bergen sogar Risiken. Verhaltenstipps können helfen, auch wenn die Ursachen solcher Krämpfe oft unbekannt sind. Auf einmal ist er da, der ziehende Schmerz in Fuß, Wade oder Oberschenkel.
Aufgefrischt: Cranberries verhindern Blasenentzündungen nicht
Ob als Saft, getrocknete Beeren oder in Kapseln verpackt: Viele Frauen hoffen, sich mit Cranberry-Produkten vor Blasenentzündungen schützen zu können. Die Werbung suggeriert das.
Cholesterin­­senker – UND richtig essen
Wer herzkrank ist, bekommt häufig ein Medikament gegen zu hohe Blutfettwerte verschrieben. Denn wer „hohes Cholesterin“ hat, lebt gefährlich. Aber allein Medikamente zu schlucken, reicht nicht.
Kurz und knapp: Sensitive Pflegemittel
Bei Einkäufen von Körperpflegeprodukten, die mit Prädikaten wie „sensitiv“ oder „für sensible Haut“ werben, stieß die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen 16 mal auf Mittel, die eine oder mehrere bedenkliche Stoffe enthielten und Allergien in Form eines Kontaktekzems oder Hautreizungen auslösen können
Kurz und knapp: Tamsulosin - Blutdruckabfall möglich
Männern mit einer gutartig vergrößerten Prostata wird häufig der Wirkstoff Tamsulosin, ein sogenannter Alphablocker, verordnet. Er mindert die Spannung der glatten Muskulatur am Blasenausgang und erleichtert so den Urinabgang. Da Alphablocker auch den Blutdruck senken, wurde überprüft, ob die Einnahme von Tamsulosin auffällig oft mit einer Krankenhausaufnahme wegen eines akuten Blutdruckabfalls verbunden ist.
Kurz und knapp: Krebsmythen – „Infektion“ über das Internet
Wer im Internet den Suchbegriff „Krebs“ eingibt, findet eine Menge kurioser und nicht belegter Informationen zur Vorbeugung und Behandlung. Über das Netz verbreiten sie sich rasch und ungebremst, wie ein Virus. Krebserkrankungen werden sogar als „Strafe für Eitelkeit“ oder persönliche „Sünden“ dargestellt.
Kurz und knapp: Gesundheitsschädliches Handelsabkommen
Seit zwei Jahren verhandeln die Europäische Union und die USA über ein Freihandelsabkommen mit dem sperrigen Namen TTIP. Was genau in den Entwürfen steht, weiß vor allem die Industrie. Sie ist nämlich an den Beratungen massiv beteiligt.
Kurz und knapp: Nahrungsergänzungsmittel – schützt Herz und Kreislauf?
20 Millionen Deutsche kaufen regelmäßig Nahrungsergänzungsmittel. Viele Produkte werden als gesunde Ergänzung bei Herz-Kreislauf-Risiken vermarktet oder von den Konsumenten so verstanden (GPSP 4/2014, S. 11). Doch Wirksamkeitsbelege fehlen meistens.
Kurz und knapp: Insektenschutz – US-Label mit Wirkdauer
Die US-Umweltbehörde (EPA) will Menschen vor übertragbaren Krankheiten durch „Ungeziefer“ wie Mücken oder Zecken besser schützen. Sie sieht vor, dass schon ab 2015 abwehrende Mittel auf der Verpackung darüber informieren, wie lange der Schutz anhält.6 Das können wenige oder viele Stunden sein.
Ratgeber: Ihr Recht auf Reha
Für eine Rehabilitations-Maßnahme (Reha) gibt es viele Gründe: Schlaganfall, eine Krebstherapie, chronische Erkrankungen. Auch nach einem Unfall, einem neuen Hüftgelenk und als Mutter-Kind- oder Vater-Kind-Kur wird eine Reha bewilligt. Die Liste ließe sich fortsetzen. So ist die Frühförderung von Kindern mit beeinträchtigter Entwicklung ebenfalls eine Reha-Maßnahme.
Ein anderes Krebs-Buch
Martin Bleif hat 528 Seiten über das Leiden an Krebs geschrieben. Er widmet sein Werk „Krebs. Die unsterbliche Krankheit“ seiner Frau Imogen – und all denen, die von Krebs betroffen sind. Und das sind hierzulande mehr als eine halbe Million Menschen. Warum schrieb er das Buch?
Aufgefrischt: Rezeptfreie Aknemittel
Häufig eingesetzte Aknemittel wie Benzoylperoxid oder Salizylate, die äußerlich aufgetragen werden, reizen oft die Haut. Sie beginnt zu brennen, kann sich röten oder sogar schuppen. Wer eine empfindliche Haut hat, leidet darunter besonders und sollte ein Präparat vorziehen, dass niedriger dosiert ist. Schwere und potenziell lebensbedrohliche allergische Reaktionen und schwere Reizungen sind zum Glück sehr selten.
Glosse: Von Spaßvögeln und Leseschwäche
Da wurde noch mal ordentlich die Werbetrommel gerührt, bevor Apotheker das Medikament bald nur noch auf Rezept abgeben dürfen. Die Rede ist von Limptar®N, das gegen Muskelkrämpfe in der Nacht vielleicht ein bisserl hilft, das aber böse Risiken hat. Drum die Rezeptpflicht.
Aufgefrischt: Bei Werbung Punkte weg Medical Tribune-„Fortbildung“ fällt durch
Medical Tribune-„Fortbildung“ fällt durch. Der Einfluss von Pharmaunternehmen auf die Fortbildung von Ärzten ist ein Problem. Die Berliner Ärztekammer hat in einem besonders krassen Fall durchgegriffen.
Nachgefragt: Wenn der Husten quält
Jeder Husten ist unangenehm, und manchmal zieht er sich länger hin. Aber ein Erkältungshusten wie auch eine einfache Bronchitis klingen meist von selbst ab. Laboruntersuchungen und Röntgen sind bei akutem Husten in der Regel überflüssig. Das gilt auch für viele Arzneimittel. Dass „Wenigtun“ oder „Nichtstun“ oft die beste Medizin ist, lässt sich Hustengeplagten jedoch nicht leicht vermitteln. Auch darüber sprachen wir mit Sabine Beck.
Farbstoffe fürs Auge Hilft Lutein bei Makuladegeneration?
Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) bereitet vielen Menschen Sorge. Die Angst zu erblinden ist groß. Bietet Lutein den „Schutz der Augen“,1 wie ihn die Werbung verspricht? Es gibt viele Nahrungsergänzungsmittel mit Lutein, das oft als „Radikalfänger“ beworben wird und helfen soll, eine beginnende AMD aufzuhalten oder ihr gar vorzubeugen.
Leserbriefe: Sicherheitsfaktor
Zu GPSP 4/2014 (Aluminium im Deos)
Leserbriefe: Iberogast® bei Magenproblemen?
In der Juli-Zeitschrift berichteten Sie, dass die MCP-Tropfen vom Markt genommen wurden. Mir wurde nach einer Magenspiegelung als Alternativmittel „Iberogast“ bei Völlegefühl empfohlen.
Gute alte Pillen: Wichtiges Antibiotikum: Amoxicillin
Wenn Kinder unter einer hartnäckigen Mittelohrentzündung leiden oder Erwachsene eine schwere Bronchitis haben, verordnen Ärzte oft Amoxicillin. Das Antibiotikum ist schon seit über 30 Jahren in Deutschland auf dem Markt und hat nicht an Bedeutung verloren. Wir stellen es als weiteres Beispiel für eine „gute alte Pille“ vor.
Gepanschtes: Falsche Kräutermittel
„Erstaunlichen Einfallsreichtum“ bescheinigt das Regierungspräsidium Darmstadt den Fälschern von angeblich pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln kürzlich in einer Pressemitteilung. Das klingt uns allerdings viel zu heiter. Es sind skrupellose Kriminelle, die Produkte verkaufen, die angeblich harmlos sind, in Wirklichkeit aber stark wirksame synthetische Stoffe enthalten. Solche Panschereien können ahnungslose Anwender krank machen!
Werbung - Aufgepasst! Antibiotika bei Erkältung?
Antibiotika bei Erkältung