Ausgabe Nr. 4 Juli/Aug. 2008

Gesund leben wird belohnt
Eigentlich weiß man, dass Rauchen, Alkoholkonsum, Bewegung und die Art der Ernährung die Gesundheit und Lebenserwartung beeinflussen. Doch oft sind die einzelnen Informationen reichlich verwirrend und wenig hilfreich. Was ist zum Beispiel eine gesunde Ernährung? Und wie viel Alkohol ist akzeptabel? Oder ist Freizeitsport für einen Briefträger genauso wichtig wie für einen Büromenschen? Und nicht zuletzt: Wie spielen einzelne Faktoren zusammen und gibt es einfach zu befolgende Tipps?
Keine Volkskrankheit Restless Legs Syndrom
Manche Krankheiten sind sehr unangenehm, aber zum Glück eher selten. Eine davon ist das Restless Legs Syndrom, der unstillbare Drang, die Beine zu bewegen. Wenn Arzneimittelhersteller dieses Syndrom zur Volkskrankheit aufbauschen, um ihren Umsatz anzukurbeln, gehört das in die Rubrik „Krankheiten erfinden“.
Buchtipp: Patientenselbsthilfe und Industrie
Patientenverbände und Selbsthilfe­­gruppen nehmen oft Geld von Pharmaunternehmen an. Damit lassen sich Kongresse, Broschüren oder Beratung finanzieren, aber leicht können Abhängigkeiten entstehen.
Fußball Zuschauen gefährlich?
Angesichts der heißen Stimmung auf den Fanmeilen in Berlin und anderen Städten sowie in vielen Kneipen und Haushalten, wo Menschen vor dem Fernseher die Spiele der EM verfolgten, stellt sich die Frage: Kann das Anschauen eines Fußballspiels Herzprobleme hervorrufen?
HIV-Infektion unseriöse Therapie von Dr. Rath
Der Vitaminhändler Dr. Rath preist seine Pillen gegen alle möglichen Krankheiten an. In Südafrika hat er sie AIDS-Kranken aufgeschwatzt und sogar Versuche an Menschen durchgeführt. Der Oberste Gerichtshof der Kap-Provinz hat ihm dies jetzt untersagt.
Aufgespießt: Aktivofit, Neuro-Med
Schuppenflechte unseriöses Produkt Neuro-Med, Aktivofit Schlankkur
Werbung für rezeptpflichtige Medikamente
In Deutschland ist die Werbung für rezeptpflichtige Arzneimittel bei Verbrauchern verboten. Aus gutem Grund: Arzneimittel sind verschreibungspflichtig, sofern ihre Anwendung ärztlichen Sachverstand erfordert, z.B. weil sie erhebliche Risiken haben. Die Europäische Kommission will es der Pharmaindustrie jetzt ermöglichen, Verbraucher direkt anzusprechen (GPSP 3/2007). Was können Verbraucher erwarten?
Lady Shanghai gepanschtes Produkt
Fast in jeder Ausgabe warnt GPSP vor den Gefahren Arzneimittel-ähnlich aufgemachter Nahrungsergänzungsmittel, die über das Internet bestellt werden können.
Ginkgo-Präparate altersbedingte Makuladegeneration
„Bei mir ist die altersbedingte Makuladegeneration festgestellt worden. Kann man Ginkgo- und Luteinpräparate ohne Bedenken dauerhaft einnehmen?“ C.R.
Werbung - Aufgepasst!
Chronische Hautprobleme: Fumaderm®
Kurz und knapp: Gelockerte Helmpflicht tödlich
Wer auf einem „Kraftrad“ unterwegs ist, muss in Deutschland einen Helm tragen – Fahrer und Beifahrer auf Motorrädern, den meisten Mofas und Quads gleichermaßen.
Kurz und knapp: Piercing: Riskante Modewelle
Schwellungen, Blutungen, Infektionen, Allergien, Geweberisse – das sind die Komplikationen, mit denen Männer und Frauen rechnen müssen, wenn sie durch ein Piercing ihren Körper schmücken wollen.
Kurz und knapp: Champix®: Risiken für Nikotinabhängige
Rauchen ist eine Sucht, von der viele Entwöhnungswillige nur schwer loskommen. Das Medikament Champix® mit dem Wirkstoff Vareniclin soll ihnen dabei helfen.
Kurz und knapp: Placebo-Wahn: Kinder an Pillen gewöhnen?
In einer Gesellschaft, in der es üblich ist, bei allen möglichen Beschwerden zum Medikament zu greifen, ist es nur konsequent, dass man eine Pille auch dann einsetzt, wenn sie eindeutig überflüssig ist – weil nämlich in der Arznei gar kein Wirkstoff steckt – und Zuwendung und Ruhe bereits helfen würden.
Kurz und knapp: Werbung: Psychopharmaka für Kinder
Dass in den westlichen Industrienationen bei immer mehr Kindern und Jugendlichen eine Aufmerksamkeitsstörung (ADHS) diagnostiziert wird, ist Fakt. Das bedeutet aber nicht, dass die Krankheit tatsächlich häufiger geworden ist.
Kurz und knapp: Ende der Fuchstollwut
er Rotfuchs ist kein Kulturflüchter, im Gegenteil. Auch in Großstädten sieht man ihn in Parks und Gärten. Scheu vor dem Menschen hat er nicht. Um so besser ist es, dass seit über zwei Jahren kein klassischer Tollwutfall mehr in Deutschland registriert wurde.
Cremes gegen Lippenherpes Mehr Spreu als Weizen
Viele fürchten das: Mit Kribbeln und Spannungsgefühl kündigt sich ein Ausbruch von Lippenherpes an, oft als Folge von Stress oder einer Erkältung. Unangenehm kann Lippenherpes auch im Urlaub „aufblühen“, begünstigt durch intensives Sonnenlicht. Doch helfen die angebotenen Cremes wirklich?
Arzneimittelfälschungen
„Arzneimittel zu fälschen ist für Kriminelle lukrativer als der Drogenhandel“, schreibt die Apotheker Zeitung. „So kostet ein Kilogramm Viagra®-Plagiat rund 90.000 Euro auf dem Schwarzmarkt, in der Herstellung kostet es nur 40 Euro. ... Ein Kilo Heroin hat dagegen Kosten von rund 1.300 Euro und kann für 30.000 bis 50.000 Euro weiterverkauft werden“. Wen wundert es da, dass billig zu kopierendes Viagra® weltweit die Nummer eins unter den gefälschten Arzneimitteln ist?
Editorial: Jörg Schaaber
nicht alle Arzneimittel halten, was sie versprechen. Manchmal ist die Wirkung so gering, dass ihr Einsatz nicht lohnt.