Ausgabe Nr. 3 Mai/Juni 2015

Editorial: Juliane Schiemenz
seit fast einem Jahr ist Gute ­Pillen – Schlechte Pillen nun in den sozialen Netzwerken unterwegs: Sie können uns auf Twitter folgen, aktuelle Meldungen auf Facebook nachlesen oder sich bei Google+ über Neuigkeiten informieren.
In eigener Sache
Mit viel Energie und Spaß haben wir in den letzten Monaten an einer neuen Webseite für GPSP geschraubt. Programmierer, Grafiker, Fotografen, Journalistinnen und Fachredakteure haben am Design gearbeitet, die Seiten schneller gemacht und die Suchfunktion optimiert.
Abnehmen um jeden Preis?
Bereits in den 1960er Jahren erweckten Pharmahersteller den Anschein, appetithemmende Medikamente könnten übergewichtige Menschen schützen: Sie sollten die Risiken überzähliger Pfunde auf das Herz-Kreislauf-System günstig beeinflussen.
Bunte Körnchen
Fast jeder Honigstand auf dem Wochenmarkt bietet heutzutage Bienenpollen an. Die ­Mischung bunter Körnchen ist als Nahrungsergänzung äußerst beliebt.
Neu: Arznei gegen Blutschwämmchen
Wenn bei Babys kurz nach der Geburt Blutgefäße wuchern, etwa im Gesicht oder am Hals, drängt sich besorgten Eltern die Frage auf, was tun: abwarten oder behandeln?
Aufgespießt: Aus Internet und Werbung
Rocky Mountain Phyto Essentials®, die „originalen flüssigen kolloidalen Mineralien aus den Rocky Mountains“.
Blöd im Kopf?
Das ist nicht neu: Auf allen medialen Kanälen prasselt Werbung auf uns ein, die einen gesundheitlichen Nutzen von Produkten verspricht, bei denen es sich nicht um geprüfte Arzneimittel handelt.
Aufgefrischt: Teufelskralle
Pflanzliche Produkte auf Basis der Teufelskralle werden als Tabletten und Tees zur Hilfe bei Gelenkschmerzen angeboten, selbst in Lebensmittelgeschäften.
Kurz und knapp: Aprikosenkerne
Vor Amygdalin, das natürlicherweise in Aprikosenkernen, bitteren Mandeln1 und anderen Steinfrüchten vorkommt, und vor chemischen Abkömmlingen wie Laetrile warnten wir bereits.
Kurz und knapp: Broschüre:
Junge Leute mögen’s oft knapp, speziell wenn es um den eigenen Körper in der Pubertät geht.
Kurz und knapp: Blutschwämmchen
Bei manchen Babys entsteht nach der Geburt ein Blutschwämmchen (Hämangiom). Diese roten etwas erhabenen Hautflecke gehen aus fehlgebildeten Blutgefäßen hervor.
Kurz und knapp: Blutdruck
Vielen älteren Erwachsenen werden Mittel gegen hohen Blutdruck verordnet, etwa um einen Schlaganfall zu verhindern. Es ist aber eine schwierige Frage, wann ein Blutdruck zu hoch ist – und also eine medikamentöse Therapie ratsam ist.
Kurz und knapp: Gräserpollen
Geht man nach den Verordnungszahlen, dann ist die spezifische Immuntherapie bei einer Allergie auf Gräserpollen ein voller Erfolg. Das Präparat Oralair® wurde 2013 dreimal so häufig verordnet wie 2009.
Buchtipp: „Die Kinderkrankmacher“
Immer mehr Kinder sind angeblich zu wild, unkonzentriert, seelisch instabil – oder viel zu ruhig. Eltern, ihrerseits stressgeplagt, bangen um die Zukunft ihrer Sprösslinge, weil sie womöglich nicht in diese kalte Wettbewerbsgesellschaft passen.
Privatpatienten im Vorteil … oder ausgenutzt?
Dass privat Versicherte schneller einen Termin beim Facharzt oder für geplante Operationen bekommen, ist kein Geheimnis. Doch werden Privatpatienten auch besser behandelt? Gibt es eine Zweiklassenmedizin?
Glosse: Potenz-Steigerungs-Opfer verhindert
„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen“, weiß der Volksmund dank Matthias Claudius.1 Und das passte mal wieder prächtig und hatte bei der reiselustigen Autorin dieser Zeilen kuriose Folgen; nämlich ein außerordentliches Dankeschön an die Pharmaindustrie und die fixe Idee, den Global Player Pfizer mit einem Umweltpreis mal positiv in Szene zu setzen.
Nachgefragt: Auf der sicheren Seite
Seit den 1960er Jahren ist im öffentliche Bewusstsein tief verankert, dass Arzneimittel in der Schwangerschaft großen Schaden anrichten können. Das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan® (Thalidomid) hatte damals die Entwicklung von Gliedmaßen und inneren Organen vieler Kinder massiv geschädigt (GPSP 2/2006, S. 8).
Chronischer Juckreiz
Über Juckreiz sprechen die meisten nicht gerne. Viele Menschen verbinden ihn irrtümlich mit mangelnder Körperpflege. Wer hat nicht schon einmal anhaltendes, lästiges Jucken am eigenen Körper erlebt?
Leserbriefe: Nahrungsergänzung mit NADH?
Im Internet sind mehrere Produkte mit der Bezeichnung NADH forte erhältlich.1 Die Substanz NADH ist an sehr vielen körperlichen Vorgängen beteiligt, muss aber nicht mit der Nahrung aufgenommen werden, da der Körper NADH selbst herstellt.
Leserbriefe: Taumea® gegen Schwindel
Taumea® ist ein homöopathisches Produkt. Das Konzept Homöopathie gilt als wissenschaftlich überholt und ist umstritten (GPSP 1/2013, S. 16). Gut gemachte Untersuchungen zeigen, dass die vermeintliche Wirkung von Homöopathie wohl vor allem auf dem Placebo-Effekt beruht.
Leserbriefe: Maulbeerblätter bei Diabetes?
Das Produkt Zucar enthält in der Tat einen Extrakt aus Maulbeerblättern.4 Studien, die einen Nutzen bei Diabetes zeigen, sind uns nicht bekannt. Bei Zucar handelt es sich nicht um ein Arzneimittel (bei dem ein Nutzen nachgewiesen werden müsste), sondern um ein diätetisches Lebensmittel.
Abenteuerliche Heilsbotschaften
Glaubt man diversen Internetseiten, müssen sie wahre Wundermittel sein: Vitalpilze werden als Therapeutikum bei zahllosen Krankheiten beworben. Aber ist die Wirksamkeit der Produkte überhaupt wissenschaftlich belegt?
Gepanschtes: Panscherei mit Ansage
Die Dreistigkeit der Anbieter von Schlankheitsmitteln im Internet ist schier grenzenlos. Auf verschiedenen Internetseiten wird das Produkt Slimex mal als Nahrungsergänzungsmittel gegen Übergewicht, mal als wirksames Arzneimittel für schnelle und effektive Gewichtsabnahme beworben.
Werbung - Aufgepasst! Werbepost
Arthrose ist oft schmerzhaft. Zeitungen und Zeitschriften sind deshalb voll von zweifelhaften Angeboten für Produkte, die Abhilfe versprechen.