Ausgabe Nr. 3 Mai/Juni 2008

Editorial: Dr. Elke Brüser
von unserem Cartoonisten hatten wir ja nichts Anderes erwartet: Die Redaktion ist bemüht beim Thema Wespenstich sachlich zu informieren, und er übertreibt maßlos.
Cholesterinsenker Ezetimib Viel verschrieben Nutzen unklar
Das cholesterinsenkende Arzneimittel Inegy® ist ein Verkaufsschlager. Mit 135 Millionen Euro nimmt es Rang 12 der umsatzstärksten Arzneimittel in Deutschland ein. Es enthält zwei blutfettsenkende Wirkstoffe: das neuere Ezetimib und das bewährte Simvastatin. Weltweit sind 2007 etwa 5 Milliarden Dollar für Medikamente mit dem Wirkstoff Ezetimib umgesetzt worden. Dennoch ist man sich heute – sechs Jahre nach der Markteinführung – keineswegs sicher, ob die Zugabe von Ezetimib wirklich von Nutzen ist.
Allergisches Bronchialasthma Hausstaubmilben ist kaum beizukommen
In unseren Matratzen leben üblicherweise mehrere tausend Milben. Das sind sehr kleine Spinnentierchen, die gerade einmal 0,2-0,3 mm groß und daher mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Sie leben auch in Polstermöbeln und Kissen, Teppichen, Plüschtieren u.a. Die Tierchen ernähren sich hauptsächlich von den Hautschuppen, die wir ständig und vor allem beim Schlafen abstoßen.
Miese Werbemasche Telefon-Forschung zu Ginkgo
Wenn Werbung sich als Forschung tarnt, ist das unlauter. Besonders dreist ist es allerdings, wenn Verbraucher auf diesem Wege verleitet werden, ein Medikament auf eigene Kosten zu kaufen.
Lobbyismus statt Verbraucherschutz: Rezeptpflicht für Paracetamol?
Paracetamol ist eines der wichtigsten rezeptfreien Schmerzmittel in Deutschland. Es ist seit mehr als 50 Jahren im Handel, bewährt und besonders für Kinder geeignet. Für sie gibt es zahlreiche spezielle Präparate (Säfte, Zäpfchen u.a.) in altersgemäßen Dosierungen. Einen Pferdefuß hat Paracetamol jedoch: Die in den Beipackzetteln genannten Dosierungen dürfen keinesfalls überschritten werden. Denn bei zu hoher Dosis besteht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Schädigung der Leber.
Kein Grund zur Panik: Wespen und Bienen im Anflug
Mit den Sonnenstrahlen im Frühjahr kommen die ersten Hummeln, Bienen, Hornissen, Wespen und andere Insekten – und vermehren sich den Sommer über prächtig. Was Obstbauern und Imker freut, ist für viele Menschen Anlass zur Panik. Die ist allerdings in der Regel unbegründet.
Der Preis wirkt: Teure Placebos helfen besser
Viele Menschen sind davon überzeugt, dass teure Arzneimittel besser sind als billige. Es ist schwierig, mit diesem Irrglauben aufzuräumen. Denn wenn man glaubt, dass ein Arzneimittel gut wirkt, dann wirkt es manchmal auch gut. Jedenfalls lindert es die Beschwerden besser als ein Arzneimittel, an das man nicht glaubt.
Nachgefragt: Brennen und Jucken in der Tabuzone Hämorrhoiden und Co.
Viele Salben und Zäpfchen gegen Probleme rund um den After werden von Ärzten nicht mehr verordnet. Das liegt nicht nur daran, dass seit 2004 die gesetzlichen Krankenkassen keine rezeptfreien Hämorrhoidenmittel mehr erstatten und Patienten sie sich selbst in der Apotheke kaufen. Es liegt auch daran, dass die Wirksamkeit vieler Präparate schlecht belegt ist.
Preisvergleich von Arzneimitteln örtlich betäubende Hämorrhoidenmittel
Bei schmerzenden Veränderungen im Analbereich verschaffen örtlich betäubende Salben oft Linderung. Die oberflächlich wirkenden Stoffe (Lokalanästhetika) heilen nicht (siehe „Nachgefragt“, Seite 12) und sollen nur wenige Tage bei akuten Beschwerden verwendet werden.
Leserbriefe: Nahrungsergänzungsmittel Tamoxifen
Nach einer Brustkrebsoperation wurde mir Tamoxifen AL 20 verordnet. Welche Erfahrungen haben Sie mit Nebenwirkungen?
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Kurz und knapp: Übervolle Blase durch Antidepressivum
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung, so könnte der erste Hauptsatz der Arzneimitteltherapie lauten. Er erklärt, warum Pharmaunternehmen nicht selten aus einer Nebenwirkung eines Medikaments ein ganz anderes Präparat mit einer ganz anderen Indikation auf den Markt bringen.
Kurz und knapp: Essen gegen Brustkrebs?
In vielen Köpfen steckt die Vermutung, man könne durch eine spezielle Ernährung etwas gegen den Brustkrebs tun – folglich nicht daran erkranken.
Kurz und knapp: Kippelige Jugend
Viele Jugendliche haben Haltungsschwächen oder Haltungsschäden. Sie stehen im Hohlkreuz, mit Rundrücken und hängenden Schultern und wenn sie mit geschlossenen Augen gerade stehen sollen, dann kippeln sie.
Kurz und knapp: Ungesunder Fluglärm
Fluglärm macht auf Dauer krank. Das ist nicht neu, wurde aber jetzt europaweit bestätigt. Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt, muss mit erhöhtem Blutdruck rechnen.
Kurz und knapp: Heparin: Risiken und Kosten der Globalisierung
Kürzlich mussten weltweit gerinnungshemmende Heparin-Präparate aus dem Handel gezogen werden, um Gefahren von Patienten abzuwenden (GPSP 2/08, S.”¯8).
Kurz und knapp: Lebensrettende Herzmassage
Erleidet ein Erwachsener einen Kreislaufstillstand, etwa als Folge eines Herzinfarkts oder von Rhythmusstörungen, kann die so genannte Herzmassage bis zum Eintreffen eines Arztes lebensrettend sein.
Kurz und knapp: Kluges Gehör
Sie kennen den Cocktailparty-Effekt? Die Gesellschaft wird immer lauter und was Ihr Gesprächspartner sagt, verstehen Sie immer schlechter – oder erstaunlicherweise trotz des hohen Geräuschpegels doch noch.
Buchtipp: Pillen,Pulver,Powerstoffe
Schön, jung, gesund. Mit solchen Versprechungen werden viele Nahrungsergänzungsmittel beworben. „Unsere Altvorderen bauten auf Ziegenkot und Einhornpulver gegen Zahnwurm oder Hexenwerk.