Ausgabe Nr. 2 März/April 2016

Editorial: Dr. Christian Wagner-Ahlfs
mit dem Zika-Virus bestimmte wieder mal ein exotischer Krankheitserreger die Schlagzeilen. Was das Virus mit uns zu tun hat? Es gibt viele unterschätzte Infektionen, die uns nicht direkt bedrohen, aber für viele Menschen weltweit höchst gefährlich sind.
Was gehen uns Tropenkrankheiten an?
Dengue, Dracunculiasis, Buruli-Ulkus, das sind nicht nur Wortungetüme, sondern Infektionen mit verheerenden Folgen. An ihnen erkranken Millionen Menschen – vor allem in den ärmeren und speziell den tropischen Regionen. Solche Probleme können nur in weltweiter Zusammenarbeit angegangen werden – auch Deutschland ist deshalb gefordert, nach besseren Behandlungsmöglichkeiten zu forschen.
Wenn die Nase zu bleibt
Erkältungsmittel enthalten meist ein Schmerzmittel wie Paracetamol und einen Wirkstoff, der die Nasenschleimhaut abschwellen soll. In Doregrippin®, GeloProsed®, Cetebe® Antigrippal1 und Wick Daymed® Kombi1 steckt zu diesem Zweck Phenylephrin. Machen solche Kombinationen tatsächlich „schnell wieder fit für den Alltag“, wie der GeloProsed®-Anbieter Pohl-Boskamp verspricht?2
Cannabis als Arznei
Ob Hanfprodukte als Arzneimittel geeignet sind, darüber streiten die Experten. Für einige Anwendungen sind bereits Medikamente zugelassen, die auf Cannabis basieren. Doch sie sind nicht unbedingt die beste Wahl. Und dass wir es mit einer verbreiteten Rauschdroge zu tun haben, macht eine sachliche Klärung nicht einfacher.
Unterstützen Sie unabhängige Information
Die Zeitschrift, die Sie in Händen halten, ist etwas Besonderes. Sie ist nicht so dick, denn sie wird nicht durch Werbung aufgeblasen. Aber sie ist inhaltsreich und bietet Stoff zum Umdenken. Gute Pillen – Schlechte Pillen finanziert sich durch seine Abonnenten und Abonnentinnen.
Fasten – Heilfasten – Entschlacken – Entgiften
Fastenkuren haben im Frühjahr Hochkonjunktur. Oft sind sie ein Top-Thema unter Kollegen oder im Bekanntenkreis: Der Weihnachtsspeck soll weg, das Lebensgefühl erneuert, der Körper entgiftet und entschlackt werden. Doch ist das alles nur Hokuspokus? Geschäftemacherei? Ist Fasten nun nützlich oder gar gefährlich?
Sind das die Wechseljahre?
„Gesundheit einfach selbst testen!“ Unter diesem Motto vermarkten diverse Anbieter Selbsttests. Bezahlen muss man sie aus dem eigenen Portemonnaie. Doch welchen praktischen Nutzen hat das Ergebnis? Brauchen Frauen beispielsweise einen Nachweis dafür, dass die Wechseljahre angefangen haben?
Top Six: Die meistbesuchten GPSP-Online-Artikel Dezember 2015/Januar 2016
Top Six: Die meistbesuchten GPSP-Online-Artikel Dezember 2015/Januar 2016
Kurz und knapp: Melatonin – Nichts für Kinder
Melatonin ist ein Hormon, das vor allem bei Dunkelheit in der Zirbeldrüse gebildet wird und an der Steuerung des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist. Das Neurohormon, das seit 2008 auch als Arzneimittel zugelassen ist, soll den Schlaf fördern, tut das aber nur in sehr geringem Maße und hat diverse unerwünschte Wirkungen.
Kurz und knapp: Arthrose – Künstliches Kniegelenk?
In Deutschland werden immer mehr künstliche Kniegelenke eingesetzt. Derzeit sind es 175.000 pro Jahr. Die Zahl der damit verbundenen operativen Eingriffe entspricht etwa der Zahl der Einwohner von Ludwigshafen am Rhein. Der Kniegelenkersatz bei Arthrose soll vor allem Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Knies verbessern.
Kurz und knapp: Schwanger – Bakterien-Screening?
In Deutschland sehen die Mutterschafts-Richtlinien vor, dass bei Schwangeren regelmäßig geprüft wird, ob im Urin zu viele Bakterien unterwegs sind. Dieses Screening soll festellen, ob eine schwangere Frau, die (noch) nicht unter den typischen Beschwerden einer Blasenentzündung leidet, doch gefährlich viele Bakterien im Urin hat.
Kurz und knapp: Schichtarbeit – Besser schlafen
Wer Schichtarbeit leisten muss, hat nicht nur in der Familie und im Bekanntenkreis Probleme mit dem Zeitmanagement, sondern ist auch häufiger krank. Das hat unter anderem damit zu tun, dass der biologisch verankerte Tag-Nacht-Rhythmus gestört wird und der Schlaf – im wahrsten Sinne des Wortes – zu kurz kommt.
Kurz und knapp: Filme – Einfallstor für Tabakwerbung
In ihrem aktuellen „Smoke-Free Movie Report“ 6 moniert die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Tabakwerbung zwar in den meisten Staaten massiv eingeschränkt wurde, aber ein wichtiges Einfallstor der Tabakindustrie weit offen steht: Rauchende Schauspieler in Filmen.
Nicht normal, aber das richtig gut
Der Titel des Buches von Denise Linke mag vielleicht etwas irritieren, aber der Untertitel „Mein wunderbares Leben mit Autismus und ADHS“ macht deutlich, worum es geht. Und er enthält eine positive Botschaft: Auch wer etwas anders ist als die meisten seiner Mitmenschen, kann mit dem Leben gut klarkommen.
Harte Geschäfte
Schon seit Tagen kein Stuhl in der Windel, im Töpfchen oder im Klo? Dann werden viele unerfahrene Eltern nervös: Ist Verstopfung gefährlich? Habe ich was falsch gemacht? Und was soll ich tun?
Glosse: Glücksfabrik Coca-Cola
Irgendwie würde doch was fehlen, wenn die Coca-Cola-Company ihren Laden dicht machte – vielleicht einfach, weil Jung und Alt den süßen Saft nicht mehr kaufen mögen. Und zwar weil Softdrinks fett machen und das oft noch Diabetes 2 heraufbeschwört.1 Herz und Leber sind ebenfalls gefährdet. Und wenn sich dann noch rumspricht, dass Wasser aus dem Hahn bei uns kaum zu toppen ist…
Arzneimittelnamen mit Botschaft
Welches Präparat wirkt wohl besser gegen Kopfschmerzen und welches besser gegen Regelschmerzen? Zur Auswahl stehen Spalt® Kopfschmerzkapseln und Mensoton® Regelschmerztabletten. Wenn wir schon so fragen, ist die Antwort womöglich nicht so eindeutig, wie es scheint. Es gibt nämlich keinen Unterschied! Beide Präparate enthalten denselben Wirkstoff in der gleichen Dosierung: jeweils 200 mg Ibuprofen pro Pille.
Leserbrief: Colibiogen® Kinder
Gerne würde ich Ihr Urteil bezüglich Colibiogen® Kinder in Erfahrung bringen. E.S.
Leserbrief: Taigawurzel zur Immunstärkung?
Was halten sie von der Taigawurzel? Diese soll extrem gut wirken zur Immunsystemstärkung. Ich habe gelesen am besten als Tee eingenommen? P.Z.
Leserbrief: Potenzmittel aus dem Internet
Potenztabs 24 waren in Ihrer Liste gepanschter Nahrungsergänzungsmittel nie enthalten. Laut Deklaration haben sie nur pflanzliche Inhaltsstoffe. Gibt es in Ihrem Fundus doch etwas Spezifischeres zu diesen und ähnlichen Mitteln? J.P.
Moderne Vermarktungsstrategien
Mit der Diagnose „Multiple Sklerose“ (MS) leben hierzulande schätzungsweise 130.000 Menschen – darunter viele junge Erwachsene.1 Für Arzneimittelfirmen ist es attraktiv, Patienten mit chronischen Krankheiten an sich zu binden – denn sie müssen die Medikamente lebenslang einnehmen. Das Beispiel des Unternehmens Biogen zeigt, wie bedenklich diese Bindung sein kann.
Tröpfeln, Brennen, Überschwemmung
Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder eine Blasenschwäche sind gerade bei älteren Menschen keine Seltenheit. Doch zu selten bedenken Ärzte und Ärztinnen, dass Arzneimittel solche Probleme verursachen oder verstärken können.
Gepanschtes: Natürliche Potenzmittel? Natürlich nicht!
Über Erektionsprobleme und andere sexuelle Störungen reden viele Männer nicht gerne mit ihrem Arzt. Und ein Rezept über einen verschreibungspflichtigen Erektionsförderer in der Apotheke einzulösen, ist auch nicht Jedermanns Sache. Davon profitieren Anbieter von Nahrungsergänzungsmitteln im Internet, die Hilfe aus der Natur versprechen und zweifelhafte Präparate diskret per Post versenden.
Werbung – Aufgepasst!: Werbe-Virus
Arzneimittelfirmen haben soziale Medien wie Facebook längst für ihre Werbung entdeckt. Ein flottes oder skurriles Video verbreitet sich massenhaft und wie von selbst, wenn es gefällt: Es wird geteilt, geliked, verlinkt oder retweetet. So funktioniert virales Marketing. Auch das Unternehmen Boehringer Ingelheim setzt bei seinem Erkältungsmittel BoxaGrippal® auf die neue Masche.