Ausgabe Nr. 2 März/Apr. 2010

Editorial: Dr. Dietrich von Herrath
der strenge Winter ist endlich vorbei. Die Frühlingsblumen sprießen. Wie immer ist es auch die Zeit, in der neue, blumige Werbeversprechungen für Arzneimittel und Medizinprodukte üppig ins Kraut schießen:
Arzneimittel im Straßenverkehr, Fahrtüchtigkeit richtig einschätzen
Arzneimittel im Straßenverkehr Fahrtüchtigkeit richtig einschätzen Jedes sechste Medikament kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Vor allem Psychopharmaka wie Antidepressiva oder Schlafmittel tragen zu Unfällen bei. Aber auch Schmerz- und Hustenmittel können im Straßenverkehr gefährlich sein. Wer zusätzlich Alkohol trinkt, muss mit erheblich eingeschränkter Reaktionsfähigkeit rechnen.
Des Ministers starke Worte, Was in der Gesundheitsdebatte schief läuft
Des Ministers starke Worte Was in der Gesundheitsdebatte schief läuft Gesundheitsminister Dr. Philipp Rösler will der Pharmaindustrie ans Leder, so sagt er jedenfalls. Doch würden seine Vorschläge tatsächlich Verbesserungen für Patienten bringen - oder nützen sie eher der Industrie?
Tribut an den Massentourismus, Flugreisen und Venenthrombosen
Tribut an den Massentourismus Flugreisen und Venenthrombosen Einer von 4.600 gesunden Reisenden bekommt auf Langstreckenflügen eine tiefe Venenthrombose. Die Gefahr ist um so größer, je länger der Flug dauert. Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie beträchtlichem Übergewicht oder Krampfadern sind besonders gefährdet.
Aufgespießt aus Internet und Werbung
Aufgespießt – aus Internet und Werbung, 2 2010
Ohrkerzen: gefährlicher Humbug
Ohrkerzen: gefährlicher Humbug Bereits vor zwei Jahren hat Gute Pillen – Schlechte Pillen (GPSP 5/2007, S. 11) vor Ohrkerzen gewarnt, weil sie zum Beispiel Gehörgang oder Trommelfell verletzen können. Eine neue Meldung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) untermauert dies und betont, dass eine Gefährdung selbst bei vorschriftsgemäßem Gebrauch besteht: Verbrennungen drohen im Gesicht, an der Ohrmuschel, im Gehörgang und im Mittelohr. Außer Kontrolle: Medizinprodukte
Glosse: Putin machts möglich
Glosse Putin macht`s möglich In einigen Monaten können sich russische Ärztinnen und Ärzte womöglich über einen ganz neuen Dienst der Pharmaindustrie freuen: Bei Bedarf fährt ein Taxi vor und sorgt für den gewünschten Ortswechsel von A nach B.
Frühjahrsputz von innen Fängt der Tod im Dickdarm an?
Frühjahrsputz von innenFängt der Tod im Dickdarm an?Mit Überschriften wie „Organismus fachgerecht entgiften“ wird auf tausenden von Internetseiten ungetrübtes Wohlbefinden für den ganzen Körper versprochen. So wie wir regelmäßig unsere Zähne putzen, sei es ganz normal, auch die inneren Organe regelmäßig zu reinigen. Doch ein Frühjahrs­­putz für das Körperinnere ist Unfug.
Nachgefragt: Hirndoping: Mehr Leistung durch fragwürdige Medikamente?
Nachgefragt Hirndoping: Mehr Leistung durch fragwürdige Medikamente? Jeder 25. Schüler oder Student hat schon mal legale oder illegale Substanzen ausprobiert in dem Glauben, so seine Hirnleistung zu verbessern. Das hat die Studie von Klaus Lieb ergeben, die 1500 junge Deutsche auch danach fragte, ob sie sich mit Arzneimitteln pushen würden, wenn es sichere Substanzen mit dem gewünschtem Effekt gäbe. Dass nur jeder Zehnte solche Präparate strikt ablehnte, wundert angesichts des Leistungsdrucks in unserer wissensorientierten und schnelllebigen Gesellschaft nicht.
Buchtipp: Zu viel Angst Gegenmaßnahmen verständlich gemacht
Buchtipp Zu viel Angst Gegenmaßnahmen verständlich gemacht Ängste überwindenEinige Menschen haben extreme Angst (Phobien) vor bestimmten Tieren oder Situationen, etwa vor Schlangen oder Spinnen oder vor dem Fliegen. Andere „sterben vor Angst“, wenn sie sich zu Wort melden wollen (soziale Phobie),
Vorsicht! Gepanschtes aus dem Internet, Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel im Internet zu kaufen, wird immer populärer.
Vorsicht! Gepanschtes aus dem Internet Nahrungsergänzungsmittel und Arzneimittel im Internet zu kaufen, wird immer populärer. Vielen erscheint das Angebot dort besonders günstig, und manche nutzen das Internet, um ohne Rezept verschreibungs­­pflichtige Medikamente zu bestellen, beispielsweise Anabolika zum Muskel­­aufbau oder erektionsfördernde Mittel. Das ist illegal und gefährlich. Aber auch vermeintlich „natürliche“ Arzneimittel, die via Internet vermarktet werden, bergen Risiken: Manche Anbieter versetzen sie mit verschreibungspflichtigen oder nicht zugelassenen Wirkstoffen.
Werbung - Aufgepasst! Starke Worte - wenig Beweise
Werbung – Aufgepasst! Erkältungsmittel - Starke Worte wenig Beweise
Kurz und knapp: Schlankheitsmittel mit Chitosan: Gefährliche Wechselwirkung
Manche Produkte, mit denen Menschen versuchen abzunehmen, enthalten Chitosan. Diese Substanz wird hauptsächlich aus zermahlenen Krebsschalen gewonnen und soll im Magen-Darm-Bereich Fette aus der Nahrung binden, so dass sie nicht in den Blutkreislauf gelangen und zusätzliche Kalorien liefern.
Kurz und knapp: Trügerisch: Herztöne beim Ungeborenen selbst messen
Angehenden Eltern werden neuerdings vor allem via Internet Geräte angeboten, mit denen sie die Herzschläge des Ungeborenen angeblich kontrollieren können. Dies soll ihnen mehr Sicherheit zwischen den Kontrollen beim Arzt bringen.
Kurz und knapp: Psychopharmaka: Sturzgefahr im Alter erhöht
Ältere Menschen stürzen leicht. Unter den über 80jährigen fällt jeder Zweite einmal im Jahr hin. Die Folgen sind oft schwer: Verletzungen, Behinderung, Einweisung ins Pflegeheim, Tod.
Kurz und knapp: Dicht machen: Luft in Straßentunnels
Wer durch einen längeren Straßentunnel fährt, sollte Autofenster oder das Cabriodach schließen, die Klimaanlage auf Umluft stellen und als Motorradfahrer lieber erst gar nicht in den Tunnel fahren, wenn abzusehen ist, dass sich darin ein Stau gebildet hat.
Kurz und knapp: Risiken durch Zink: Prothesenhaftcreme vom Markt
GlaxoSmithKline, der Anbieter von zinkhaltigen Prothesenhaftcremes (Corega® Ultra Haftcreme Frisch, Corega® Ultra Haftcreme Neutral), hat Herstellung, Vertrieb und Bewerbung dieser Produkte eingestellt, weil sie möglicherweise ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Kurz und knapp: Deutschland missachtet WHO: Werbung für Tabakkonzern
Tabak macht nicht nur viele Menschen krank, sondern bringt sie auch um. Werbung und Rauchen in der Öffentlichkeit wurden daher zunehmend eingeschränkt. Und das Image der Tabakindustrie, die Studien über das Krebsrisiko unterdrückt und das Suchtpotential ihrer Produkte gezielt erhöht hat, ist entsprechend schlecht.