Ausgabe Nr. 1 Jan./Feb. 2018

Liebe Leserin, lieber Leser,
erneut befassen wir uns mit der Vorbeugung gegen häufig wiederkehrende Infektionen der Harnblase. Am Beispiel Mannose zeigen wir Ihnen den Unterschied zwischen Marketing für ein diätetisches Lebensmittel und den Ansprüchen von GPSP an eine aussagekräftige Studie (S. 4).
Qualität transparent gemacht
Seit Gründung von GPSP im Jahr 2005 haben wir uns guter wissenschaftlich basierter Information für Patientinnen und Patienten verschrieben. Das dokumentieren wir jetzt, sichtbar für alle und verbunden mit noch mehr Transparenz.
Dauerbrenner Blasenentzündung
Für manche Frauen sind Blasenentzündungen im wahrsten Sinne des Wortes ein Dauerbrenner und extrem lästig. Können Mittel mit dem Zucker Mannose den Leidensdruck senken?
Moderne Mythen
Lebensbedrohlich erkrankten Menschen werden oft ungeprüfte Mittel im Kampf gegen ihr Leiden angeboten. Immer wieder wird Petroleum als Heilsbringer propagiert, es soll Tumore wirksam bekämpfen. Dies ist allerdings medizinisch gesehen gefährlicher Unfug. Denn Petroleum, ein aus Erdöl destilliertes Stoffgemisch, kann vor allem eins: der Gesundheit schaden.
Aufgespießt: Schisandra
Via Internet verkaufen mehrere Anbieter getrocknete Schisandra-Beeren und Schisandra-Pulver. Die „chinesische Heilpflanze“ soll vieles ins Lot bringen: Sie kann angeblich „kräftigen, das Gedächtnis, die Sehfähigkeit und das Gehör stärken und nicht zuletzt auch die Libido von Mann und Frau“.
SSRI-Antidepressiva
Ging bei der Zulassung von Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI alles mit rechten Dingen zu? Das wollte die Bundestagsfraktion von Die Linke genauer wissen und stellte eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung. Aber die gab nur ausweichende Antworten.1
Rezeptpflicht nötig
Für viele Eltern ist es sicher unvorstellbar, ihrem kleinen Kind ein Medikament zu geben, damit es einschläft. Andere wissen sich nicht besser zu helfen. Das Problem: Eine bestimmte Wirkstoffgruppe, die für kleine Kinder zugelassen und ohne Rezept zu haben ist, entspannt nicht nur Hirn und Bauch der Kleinen, sondern birgt offenbar ungeahnte Risiken. Wissen Eltern ausreichend Bescheid?
Geprüfte Sparvariante
2006 kam das erste sogenannte Biosimilar auf den Markt. Mittlerweile sind in Deutschland 24 dieser Wirkstoffe, die den sogenannten Biologika nachgebaut sind, erhältlich. Ob Wachstumshormon, Insulin oder Wirkstoff für die Krebstherapie: Wirkung und Sicherheit der ­Biosimilars sind den jeweiligen Original-Biologika gleichwertig.
Der perfide Zwilling
Der Placebo-Effekt ist in der Medizin schon lange bekannt – und er hat durchaus seine guten Seiten. Jetzt gibt es gerade wieder interessante Erkenntnisse zu den Auswirkungen von Arzneimitteln bei negativen Erwartungen und Einschätzungen des Anwenders.
Kurz und knapp: Nasentropfen
Nasentropfen müssen keimarm sein, auch wenn man sie mehrere Tage in Folge aus demselben Fläschchen tropft. Daher enthalten sie in der Regel Konservierungsmittel – meist Benzalkoniumchlorid. Es gibt einige Hinweise darauf, dass dieser Stoff die Zilien der Nasenschleimhaut schädigen kann.
Kurz und knapp: Krankenhaus
Man kennt das oder hat davon gehört: Da wird jemand aus dem Krankenhaus entlassen, aber um den Rollator, den er jetzt braucht, muss er sich zu Hause dann selbst kümmern.
Kurz und knapp: Tripper
Viele Geschlechtskrankheiten haben dank Aufklärungsmaßnahmen, größerer Akzeptanz von Kondomen, mehr Hygiene und Antibiotika an Schrecken verloren.
Kurz und knapp: Schulterschmerzen
Wenn die Schulter schmerzt und im Alltag oder im Job nicht mehr wie bisher belastbar ist, liegt das bei zwei von drei Betroffenen an Problemen unterhalb des knöchernen Schulterdachs (Akromion).
Medikamente im Test
Der deutsche Arzneimittelmarkt ist unüberschaubar. Mit einem Nachschlagewerk will die Stiftung Warentest für mehr Transparenz sorgen. Dabei wird für die Bewertung der Medikamente erstmals ein Ampelsystem benutzt.
Besser informiert, besser entscheiden
Das Paul-Ehrlich-Institut ist die deutsche Kontrollbehörde für Impfstoffe. Es hat kürzlich die Meldungen zu Nebenwirkungen nach Impfungen aus dem Jahr 2015 analysiert und fand nur sehr wenig ernste Probleme.
Glosse: Bayer-Bengel
Da hatte sich der Chef der Schutzengel-Apotheke aus dem österreichischen Linz doch eigentlich etwas mehrfach Gutes und fast schon Engelhaftes vorgenommen: Er wollte gegenüber neuen Ideen aufgeschlossen sein, die Digitalisierung in der Apotheke voranbringen und seinen Kunden zum Alter und Geschlecht passende Werbung zeigen.
Nachgefragt: Gespräche auf Augenhöhe
Waren Patientin und Patient früher oft nur Empfänger von ärztlichen Anweisungen, steht heute das Ziel der gemeinsamen informierten Entscheidungsfindung im Mittelpunkt. Dafür ist aber „Patienten-Empowerment“ nötig. Über dieses Konzept haben wir mit der Gesundheitswissenschaftlerin Sylvia Sänger gesprochen.
Unter dem Deckmantel der Forschung
Wenn Patienten in die Forschung zu Arzneimitteln einbezogen werden, ist das an sich eine gute Sache. Klar ist, dass die Industrie nicht uneigennützig dazu einlädt. Problematisch wird es, wenn Pharmaunternehmen dabei andere Interessen verfolgen. Wir berichten über einen aktuellen Fall.
Leserbrief: Defibrillator
Mit großem Interesse las ich den Artikel zu Vorhofflimmern in Heft 6/2017. Man sieht jetzt in der Öffentlichkeit immer häufiger „Defibrillatoren“-Apparate. Ich versuche mir vorzustellen, ob ich im Ernstfall bereit und in der Lage wäre, mit einem solchen Gerät Hilfe zu geben. Die Botschaft lautet ja immer, der einzige Fehler, den man begehen könne, sei NICHTS zu tun. Wie sehen Sie das? A.B.
Alkohol in der Schwangerschaft
Ist ein Gläschen Wein egal? Oder doch besser Null Promille? Empfehlungen zum Alkoholkonsum in der Schwangerschaft werden derzeit wieder kontrovers diskutiert. Wir haben uns einmal die Studienlage angesehen.
Gepanschtes: An der Nase herumgeführt
Das Ammenmärchen, dass Nashornpulver die Potenz des Mannes steigert, dezimiert seit Jahren die vom Aussterben bedrohten Nashörner – auch Rhinozeros genannt.
Werbung Aufgepasst! Versteckte Homöopathie
Diese Anzeige für Rheumagil® des Anbieters Heilpflanzenwohl erweckt den Eindruck, es handle sich um eine neue wissenschaftliche Entwicklung. Nur das Kleingedruckte offenbart, dass es sich um ein homöopathisches Medikament handelt.