Ausgabe Nr. 1 Jan./Feb. 2012

Editorial: Dr. Dietrich von Herrath
vielleicht nützt es mal Ihnen selbst, Ihrem Lebenspartner oder auch einem fremden Menschen, dass Sie diese Ausgabe von Gute Pillen –Schlechte Pillen in Händen halten.
Nachwirkungen: Da klingeln die Ohren
Im Oktober 2011 erhielten wir vom Anbieter von Sonosan® als Reaktion auf unseren Artikel „Da klingeln die Kassen“ (GPSP 3/2011, S. 5) eine als Sonderveröffentlichung bezeichnete Werbebeilage aus der Ärztezeitschrift HNO Kompakt 4/2011.
Ärger mit der Blase
Eine akute Harnblaseninfektion ist meist unangenehm und schmerzhaft. Viel trinken und entzündungshemmende Schmerzmittel können helfen.
Vergiss Alzheimer?
Viele Menschen haben Angst vor Vergesslichkeit und Kontrollverlust im Alter. Das führt zu unnötigen Frühuntersuchungen und angeblich vorbeugenden Behandlungen.
Wenn Insulin-Pen oder Inhalator versagen
Wenn Insulin-Pens oder Asthma-Dosieraerosole nicht funktionieren, ist dies nicht nur ärgerlich, sondern manchmal sogar lebensbedrohlich.
Penisverlängerung
Wieder einmal schwappt ein Trend aus den USA nach Deutschland: Die so genannte Penisverlängerung. Im Internet werden höchst obskure Mittelchen und Methoden, aber auch Operationen empfohlen.
Kurz und knapp: Durchfall
Jedes kleine Kind hat mal Durchfall. Der sollte sich nach 24 Stunden bessern, sonst muss das Kind zum Arzt – vor allem, wenn es jegliche Nahrung wieder erbricht. Auf keinen Fall sollten Eltern versuchen, ihrem Kind ein Präparat zu geben, das für Durchfall bei Erwachsenen vorgesehen ist – oder etwa eine Elektrolytlösung für Sportler.
Kurz und knapp: Eine Entscheidungshilfe
In „Osteoporose: Aktiv für stabile Knochen“ (GPSP 4/2011, S. 4-6) haben wir ausführlich über die Probleme mit der abnehmenden Knochendichte im Alter berichtet.
Kurz und knapp: Kreuzotter und Co.
Die positive Nachricht vorweg: Die zwei Giftschlangen, die bei uns heimisch sind, können keinen Menschen töten. Vor der Kreuzotter und der extrem seltenen Aspisviper sollte man allerdings trotzdem Respekt haben.
Kurz und knapp: Kontaktlinsen
Zu Halloween und Fasching haben viele junge Leute Lust auf eine effektvolle Augenfarbe und besorgen sich farbige Kontaktlinsen in Drogerien oder per Internet. Auch auf der Party oder im Club macht man so von sich reden.
Kurz und knapp: Kriminelles Pharma-Marketing
Binnen fünf Jahren – von 2006 bis 2010 – haben Arzneimittelfirmen in den USA insgesamt 14,8 Milliarden US$ Strafe zahlen müssen, weil sie über Arzneimittel und ihre Wirkungen falsch informiert oder bei den staatlichen Fürsorgeeinrichtungen falsche Angaben zu den Kosten gemacht haben.
Kurz und knapp: Schwangerschaftsdiabetes
Schätzungsweise 4 bis 6 von 100 schwangeren Frauen erkranken an einem Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes). Das heißt, während der Schwangerschaft gerät ihr Stoffwechsel aus der Balance und es entwickelt sich eine Zuckerkrankheit.
Internetdoktor
In Deutschland ist Ärzten Fernbehandlung berufsrechtlich verboten. Anders in Großbritannien, dort ist dieses Verfahren seit längerem möglich und legal. Die Internetfirma DrEd.com will daher den deutschen Markt von London aus erschließen.
Aufgefrischt: Oder doch mit dem Messer?
Tabletten zu teilen ist schwierig, das Ergebnis oft Glückssache. Tablettenteiler sollen helfen. Endlich wurden sie systematisch verglichen.1 Eines zumindest ist unbestritten: Tablettenteiler erleichtern es, die Tabletten zu halbieren, weil sie den erforderlichen Kraftaufwand reduzieren.
Glosse: Fischölige Fettbremse
Das wär’s doch: Egal ob grazil gebaut oder weiblich rund, wenn frau in der Schwangerschaft nur genügend Fisch isst und regelmäßig Fischölkapseln einwirft, dann hat das Töchterchen später einmal Traummaße – so wie die Heidi Klum eben, oder die unvergessene Claudia Schiffer.
Nachgefragt: Leben in Gefahr
Es ist schon lange nicht mehr so, dass die Feuerwehr vor allem mit dem Löschen von Bränden beschäftigt ist. In Berlin fährt sie zum Beispiel 80 Prozent ihrer Einsätze in Sachen Gesundheit, also bei lebensbedrohlichen Notfällen.
Gefährliche Brustimplantate
Der Skandal um minderwertige Brustimplantate weitet sich aus. Eine bessere Kontrolle bei solchen und anderen Medizinprodukten ist überfällig.
Leserbriefe: Folsäure
Einem Bekannten (75 Jahre) wurde von drei Ärzten übereinstimmend der Rat gegeben, zur besseren Gehirnfunktion Folsäure einzunehmen. Was bewirkt Folsäure und gibt eine gute Ernährung nicht genug davon?
Leserbriefe: Alimta®
Ein in Deutschland lebender USamerikanischer Arzt macht uns darauf aufmerksam, dass es sich bei der in GPSP 6/2011 auf Seite 16 beanstandeten Werbung für das Krebsmittel Alimta® nicht um Szenen eines Rugby-Spiels handelt, sondern um American Football. Zugegeben, die Kompetenz der GPSP-Redaktion bei Sportarten, die in Europa wenig verbreitet sind, ist verbesserungswürdig.
Werbung - Aufgepasst! Medikamente gegen Alltagsprobleme?
„Medikalisierung“ meint den Versuch, unvermeidliche Belastungen im alltäglichen Leben zu Krankheiten zu erklärenund dagegen Arzneimittel anzupreisen. Der Anbieter der rezeptfreien Lasea® Kapseln will mit seinem Produkt, dasLavendelöl enthält, vor „Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung“ bewahren.