Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 03 S. 12a

Aufgefrischt: Teufelskralle

Pflanzliche Produkte auf Basis der Teufelskralle werden als Tabletten und Tees zur Hilfe bei Gelenkschmerzen angeboten, selbst in Lebensmittelgeschäften. Der Nutzen dieser Produkte bleibt aber unklar, und sie können sogar die Gesundheit gefährden. Darauf hat GPSP schon vor fast drei Jahren hingewiesen (6/2012, S. 24).

Neben vergleichsweise harmlosen Beschwerden wie Durchfall kann es bei mehrwöchiger Anwendung zu Geschwüren im Zwölffingerdarm1 kommen. Auch die Leber kann geschädigt werden.2

Dass wissenschaftliche Nutzenbelege fehlen, hatte schon 2009 die Europäische Arzneimittel-Agentur bemängelt.3 Die unabhängigen Experten der französischen Fachzeitschrift Prescrire haben die Fachliteratur erneut geprüft und bestätigen die bisherige negative Einschätzung.4 Bei Gelenkbeschwerden durch Arthrose empfehlen sie mit Wärme oder Kälte zu behandeln, Übergewicht zu reduzieren, und als leichtes Schmerzmittel beispielsweise Paracetamol. Ibuprofen und andere Medikamente wie ASS können ebenfalls helfen, weil sie Entzündungprozesse im Gelenk hemmen. Zwar verursachen diese Mittel öfter Magen-Darm-Probleme, doch im Gegensatz zur Teufelskralle ist ihr Nutzen durch Studien belegt. Das Fazit der französischen Wissenschaftler zur Teufelskralle: „Besser vermeiden“.


Quellen
1    arznei-telegramm® (2012) 3, S. 31
2    Arzneiverordnung in der Praxis (2014) 3, S. 26
3    EMEA (2009) EMEA/HMPC/251324/2006 Corr
4    Prescrire Int. (2013) 144, S. 296

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