Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2012 / 01 S. 11a

Aufgefrischt:

Oder doch mit dem Messer?

Tablettenteiler getestet

© Jörg Schaaber

Tabletten zu teilen ist schwierig, das Ergebnis oft Glückssache. Tablettenteiler sollen helfen. Endlich wurden sie systematisch verglichen.1

Eines zumindest ist unbestritten: Tablettenteiler erleichtern es, die Tabletten zu halbieren, weil sie den erforderlichen Kraftaufwand reduzieren. Das bedeutet aber nicht, dass sich Tabletten dadurch zuverlässiger in möglichst gleich große Stücke teilen lassen. In GPSP 2/2011 (S. 6) schrieben wir, dass nach einer Untersuchung belgischer Apotheker der dort verwendete Tablettenteiler besser abgeschnitten hat als die Küchenmessermethode. Das Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker (Eschborn) hat sechs in Deutschland handelsübliche Geräte geprüft. Das Ergebnis fällt für die Tablettenteiler insgesamt unbefriedigend aus: Nur ein Gerät (Exakt, ca. 4-5 €) schneidet etwa so gut ab wie Teilen mit einem Besteckmesser.2 Auch per Hand zu teilen, liefert gute Ergebnisse. Allerdings müssen die Finger hierfür kräft ig genug und geschickt sein. Die übrigen Tablettenteiler fallen gegenüber einer Teilung per Messer oder mit der Hand mehr oder weniger deutlich ab. Sie liefern relativ häufig Bruchstücke, die um mehr als 15% oder sogar mehr als 25% von der exakten Hälfte abweichen.

Tabletten ohne Bruchkerbe lassen sich mit allen geprüften Methoden schlecht halbieren. Vom insgesamt guten Abschneiden der Messermethode waren die Tester übrigens überrascht. Sie empfehlen, Tabletten grundsätzlich auf einer weichen Unterlage zu teilen. Gleicher Druck auf Griff und Klinge des Besteckmessers soll helfen, ein Wegspringen der Bruchstücke zu verhindern.

Die Autoren der Studie bestätigen unsere Warnung in GPSP 2/2011, dass Tabletten nicht halbiert werden sollten, wenn dies im Beipackzettel nicht ausdrücklich erlaubt ist.


Quellen
1 Tawap M. Et al. (2011) Pharm. Ztg. 156 S. 3835- 3840
2 Weitere Tablettenteiler im Test waren Dr. Junghans (ca. 2 €), Easylife (ca. 6 €), CareLiv (ca. 2,50 €), Rehaforum Medical (ca. 6 €), Sanctus (ca. 12 €).


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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