Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2010 / 05 S. 06c

Aufgefrischt:

Hohe Arzneimittelpreise in Deutschland

Im September wurde in Berlin der neue Arzneiverordnungs-Report 2010 vorgestellt, der einen Überblick über die Verordnungen deutscher Kassenärzte gibt.1

Obwohl diese Weltmeister in der Verordnung von Generika sind, sind die Arzneimittelausgaben wieder um knapp 5% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hauptkostentreiber sind nicht die verordnenden Ärzte, sondern primär die Pharmaindustrie, die in Deutschland im europäischen Vergleich exorbitante Preise verlangt. Generika sind hierzulande viel teurer als anderswo. Den Löwenanteil der Kostensteigerung verursachen aber patentierte Arzneimittel, weil sie teilweise ein Vielfaches von Generika kosten. Und auch hier zahlen Krankenversicherte in Deutschland zu viel: Die 50 umsatzstärksten patentierten Medikamente sind verglichen mit Schweden bei uns durchschnittlich 48% teurer. Das kommt nicht von ungefähr: Deutschland ist eines der wenigen Länder, in denen die Industrie die Preise für patentgeschützte Arzneimittel nach Belieben festsetzen kann.

Ob die derzeitig geplanten Einspargesetze der Bundesregierung helfen (wir berichteten in GPSP 2/2010, S. 5), ist fraglich.


Quelle
1    Schwabe/Paffrath (Hrsg.): Arzneiverordnungs-Report. Berlin/Heidelberg 2010. Springer-Verlag, 1114 Seiten, 49,95 €


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